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Zahlreiche Berichte in den internationalen Nachrichten sind fokussiert auf die zur Zeit (2019) vermeintlich instabile politische Lage Brasiliens. Dabei hat auch Brasilien wie jede andere Nation ein dynamisches Eigenleben, von dem wir hier bestenfalls in exzellenten Dokumentationen erfahren.

 

Während aller politischen Turbulenzen in den vergangenen 20 Jahren hat sich das ökologische Bewusstsein in Brasilien stetig erweitert. Der Klimawandel ist auch in Brasilien deutlich spür- und sichtbar geworden. Der Umweltschutz gewann und gewinnt in Brasilien folglich immer mehr an Bedeutung. Mittlerweile gibt es viele international vernetzte Umwelt-Organisationen, deren Zahl stetig wächst.

Eine besondere Affinität zur Bio-Architektur entwickelte sich während des Studiums in Brasilien. Nicht nur das üppige Angebot an natürlichen Ressourcen, auch das ökonomische Ungleichgewicht fordert Innovation und Erfindergeist heraus, dessen Ergebnisse das klassische Bild von Rechter Winkel, lotrecht, parallel und kreisförmig relativiert und Sinn, Zweck, Nutzen und Effektivität hervorhebt. Ein Beispiel für eine komplette Planung eines ökologischen Bauprojekts in Brasilien finden Sie HIER.

Eine der bedeutendsten Veranstaltungen des brasilianischen Bildungsministeriums ist das „Projeto Rondon“. Dieses Bildungsprojekt wird jedes Jahr neu aufgestellt und richtet sich an die zahlreichen Universitäten in ganz Brasilien. Ziel dieses Projekts ist die Verbreitung fachlichen und praktischen Wissens der Studenten in strukturschwache Regionen des Landes. Der Schwerpunkt im Fachbereich Architektur lag 2007 bei der Vermittlung von Funktion und Bauweise einer 3-Kammern-Sickergrube, sowie einer alternativen Solaranlage für Warmwasser. Und zwar ausschließlich mit Materialien, die vor Ort erhältlich sind und möglichst nichts kosten.

Jaguarão, Rio Grande do Sul 2007

Die NGO „Sociedade do Sol“ entwickelte 2003 eine einfach zu bauende und für jeden Haushalt erschwingliche Solaranlage für die Warmwasserbereitung entwickelt hat.  2007 wurde diese Solaranlage auch in anderen Bundesländern Brasiliens als „serienmäßig“ im sozialen Wohnungsbau übernommen.

2009 Teilnahme an einem Lehrgang im Bambusbau des Ingenieurbüros Bioestrutura Engenharia Ltda. Dieser Lehrgang fand in dem abgelegenen Ort Cavalcante, GO am Rande des Nationalparks Chapada dos Veadeiros. Eine qualifizierte Equipe baut hier Chalets in komplett biologischer Bauweise, Konstruktion aus Bambus, Mauerwerk aus selbst hergestellten Lehmziegeln.

Nirgends deutlicher wird die Notwendigkeit zum Umdenken als in Ländern, die massiv vom Klimawandel betroffen sind. Selbstverständlich herrschen in unseren Breiten ganz andere klimatische Bedingungen. In gleicher Weise wächst aber auch hier das ökologische Bewusstsein. Bestes Beispiel ist das Passivhaus. Leider wird hierzulande immer noch viel zu wenig diesem Beispiel folgend gebaut. Fast zwangsläufig sind von daher die alternativen Baumaterialien einfach noch zu teuer.

In all meinen Arbeiten versuche ich, soweit wie möglich durch eine nachhaltige Planung dem so dringenden Anspruch auf ökologische Bauweise gerecht zu werden.